FORSCHUNG

Die Weihnachtsinsel ist eine der abgelegensten Inseln der Erde. Dennoch sind einige ihrer Seevögel in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht und die Gründe hierfür sind höchstwahrscheinlich menschlichen Aktivitäten, wie z.B. Fischerei, Meeresverschmutzung, und Jagd, die die Tiere direkt und indirekt schädigen. Allerdings ist nur wenig über die Biologie der Vogelarten sowie über die ökologischen Zusammenhänge ihres Lebensraumes bekannt. Ohne dieses fundiertes Wissen lassen sich die Tiere und ihr Habitat jedoch nicht schützen.

Das Weihnachtsinsel-Seevogelprojekt verfolgt deshalb einen ökosystematischen und interdisziplinären Ansatz mit dem Ziel, die wissenschaftliche Basis für einen erfolgreichen Arten- und Habitatschutz zu schaffen. Es verbindet Disziplinen wie Ökologie, Ethologie, Physiologie, Fischereibiologie, Ozeanographie und Wildtiermanagement und verwendet ihre Methoden: So werden z.B. Datenlogger und Satellitensender eingesetzt, um das Verhalten der Tiere auf See zu untersuchen. Über Nahrungsanalysen wird das Beutespektrum bestimmt und durch regelmäßige Nestkontrollen und Beringung werden Reproduktionserfolg und Populationsdynamik untersucht. All Ergebnisse werden dann mit Informationen über ozeanographische Bedingungen und menschliche Aktivitäten verknüpft, um deren Einfluss auf die Tiere zu ermitteln.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden sowohl in wissenschaftlicher Fachliteratur veröffentlicht als auch den verantwortlichen Regierungsinstitutionen zur Verfügung gestellt und dienen als Grundlage für die Entwicklung von lokalen, nationalen und internationalen Maßnahmen und Managementstrategien für einen erfolgreichen Schutz der Seevögel der Weihnachtsinsel und ihres Lebensraums.

Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt momentan auf Abbott-Tölpel, Weißbauch-Fregattvogel und Rotschwanz-Tropikvogel.